Am 1.1.2018 tritt die geplante Änderung des Berufsbildungs-Gesetzes in Kraft. Neu übernimmt der Bund die Mitfinanzierung der Vorbereitungskurse zu den Berufsprüfungen von den Kantonen. Mit dem neuen subjektorientierten Finanzierungssystem werden die Bundesbeiträge direkt an Personen ausbezahlt, die einen vorbereitenden Kurs für eine eidgenössische Berufs- oder höhere Fachprüfung besucht haben. Der Bundesrat hat am 15. September 2017 die dafür notwendige Änderung der Berufsbildungsverordnung und die entsprechende Inkraftsetzung beschlossen. 

Übernahme der Finanzierung der tertiären Vorbereitungskurse durch den Bund

Ausgangslage

Die Ende 2016 vom Bundesparlament beschlossene Neuregelung der Finanzierung der tertiären Vorbereitungskurs tritt ab 1.1.2018 in Kraft. Der Bundesrat hat am 15. September 2017 die dafür notwendige Änderung der Berufsbildungsverordnung und die entsprechende Inkraftsetzung beschlossen.  Die Interkant. Konferenz der FSV-Vereinbarungskantone hat am 28. Oktober 2016 entschieden, die interkant. Fachschulvereinbarung per 1.1.2017 aufzuheben. Die Angebote, welche im Studienjahr 2016/17 oder früher begonnen wurden, werden bis zum Abschluss gemäss FSV unterstützt. Dies betrifft die Klassen H, I und K, an deren Kurse aber die Kantone Zürich, Aargau und Jura keine Beiträge zahlen.

Für Ausländer/-innen ist der jeweilige Wohnort massgebend für die Beitragszahlungen des Bundes. D.h. wenn sie zum Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung über das Bestehen oder Nichtbestehen der eidg. Berufsprüfung den Wohnsitz in der Schweiz haben, dann ist die Zahlung gegeben. Die geänderte Verordnung über die Berufsbildung regelt die Einzelheiten. Eckwerte sind: Beitragssatz 50 %, Obergrenze 19’000 CHF / Person über die 2 Jahre, Ausschüttung nach Teilnahme an Berufsprüfung, „Überbrückungsfinanzierung“ als Ausnahmefall, Bearbeitungsdauer Antrag: rund 1 Monat.

Dies bedeutet für unsere Schule folgendes:

Klassen H, I und K

Diese Kurse haben vor dem 1.1.2017 begonnen. Die Berufsprüfung findet für diese aber nach dem 1.1.2018 statt. Für diese Kurse läuft es wie bisher: Zahlungen der Kantone ohne Kt. Zürich, Aargau und Jura.

Ab Klasse L

Ab Klasse L ist der Bund zuständig. Ab dieser Klasse sind für die Tertiärjahre Vollkosten zu verrechnen, ansonsten die Vergütung viel niederiger ist. Nach dem Modell „Überbrückungsfinanzierung“ können im Ausnahmefall jährliche Teilbeiträge beantragt werden. Entsprechend stellt die Schule den Teilnehmerinnen vor Beginn des jeweiligen Tertiärausbildungsjahres eine Vollkostenjahresrechnung mit einer abgestuften Zahlungsfrist versehen.

Restfinanzierung durch Teilnehmerbeiträge und Stipendien

Die nicht vom Bund finanzierten Kosten sind – wenn möglich – via Teilnehmerbeiträge und/oder Stipendien an die Teilnehmenden zu finanzieren.

Möglichkeit für Stipendien

18 Kantone (BS/FR/GR/NE/TG/VD/BE/TI/GE/GL/JU/AR/BL/LU/AG/SG/ZH/UR) sind dem Stipendienkonkordat angeschlossen und haben somit nachstehende einheitliche Bedingungen für die Ausrichtung von Stipendien: 

  • Beitragsberechtigt sind Schweizerinnen und Schweizer mit Wohnsitz in der Schweiz. BürgerInnen von EU-/EFTA-Mitglied sind diesen i.d.R. gleichgestellt. BürgerInnen von Drittstaaten müssen über einen Ausweis C verfügen und 5 Jahre in der Schweiz wohnhaft sein. 
  • Keine Stipendienberechtigung für Personen, die sich ausschliesslich für Ausbildungszwecke in der Schweiz aufhalten. 
  • Stipendienrechtlicher Wohnsitz für mündige Bürger nach erfolgter Erstausbildung mind. 2 Jahre wohnhaft in einem Kanton und dort erwerbstätig und finanziell unabhängig. Ansonsten gilt der Wohnsitz der Eltern als stipendienrechtlicher Wohnsitz. 
  • Beitragsberechtigt sind Erstausbildungen und je nach Kanton (AG, TG (nur Darlehen), ZH, u.a.) auch Zweitausbildungen. 
  • Teilweise elternunabhängige Berechnung bei Personen über 25. Altersjahr und mit abgeschlossener Erstausbildung 
  • Beiträge als Stipendien bis max. 35. Altersjahr zur Deckung der Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten, max. 12‘000.- CHF auf Sekundarstufe II bzw. 16‘000.- CHF auf Tertiärstufe.
  • Die Einreichung der Gesuche hat spätestens 30 Tage nach Beginn der Ausbildung zu erfolgen.

Festlegung der Kurskosten für die Teilnehmenden & Verrechnung ab Klasse L

Grundbildung (Ausbildung zum EFZ)
1‘000.- CHF Internatsbeitrag, 1000.- CHF Mahlzeitenbeitrag und 750.- CHF für Lehrmittel, also total 2‘750.- CHF.

Tertiärlehrgang (Ausbildung zum Fachmann bzw. zur Fachfrau)
Grundkurs:  16‘100.- CHF inkl. Lehrmittel, zuzüglich 1‘000.- CHF Internats- und 1000.- CHF Mahlzeitenbeitrag, also total 18‘100.- CHF.
Diplomjahr:  13‘000.- CHF zuzüglich 1‘000.- CHF Beitrag für Internat, Mahlzeiten und Exkursionen sowie 500.- CHF für Lehrmittel inkl. Prüfungsgebühr, also total 14‘500.- CHF.

Rechnungsstellung
Diese Gebühren werden jährlich vor Beginn des Kurses wie folgt in Rechnung gestellt: Grundbildung: 2‘750.- CHF, zahlbar innert 30 Tagen

Grundkurs
4‘100.- CHF, zahlbar innert 30 Tagen
6‘000.- CHF, zahlbar innert 6 Monaten
8‘000.- CHF, zahlbar innert 15 Monaten (entspricht Bundesbeitrag)

Diplomjahr
3‘500.- CHF, zahlbar innert 30 Tagen
4‘750.- CHF, zahlbar innert 6 Monaten
6‘250.- CHF, zahlbar innert 15 Monaten (entspricht Bundesbeitrag)

Ohne Einhaltung der Erstanzahlung kann das jeweilige Kursjahr nicht begonnen werden.

Von den Kosten von 32‘600.- für die Tertiärausbildung über 2 Jahre, werden vom Bund 14‘250.- CHF übernommen. Die übrigen Kosten sind von den Teilnehmenden bzw. via Stipendien oder Eltern zu berappen.

Die Teilnehmer/-innen sind gehalten, sowohl einen Rückvergütungsantrag an den Bund als auch einen Stipendienantrag an den Wohnsitzkanton oder an die zuständige Stelle im Herkunftsland zu richten. Für Stipendienanträge gelten die obengenannten Bestimmungen.

In Härtefällen wird ein schuleigener Stipendien- und Forschungsfonds greifen.